



In Ritterhude gibt es vier Wassersportvereine, bzw. Sportvereine, die auch noch eine Wassersport-Sparte betreiben. Jeder von denen ist anders, hat seine eigene Geschichte und Entwicklung. Und doch haben sie auch viel gemeinsam: Die Freude am Wassersport. Egal, ob mit Paddelboot oder Eigenbau-Holz-Kanaidier, oder ob mit einem großen Motor- oder Segelboot. Wobei die Motorboote klar in der Überzahl sind, was auch am Revier liegt. Man muss beim Segelboot nämlich schnell und einfach seinen Mast legen können, will man durch die Ritterhuder Schleuse Richtung Lesum und Weser auslaufen. Oder in die andere Richtung, hammeaufwärts nach Neu-Helgoland bei Worpswede tuckern.
Der eine Verein hat nur Kajaks und kleine Jollen, der andere nur große Motorboote. Beim ESV können alle eine Heimat finden: die Kanadier- oder Wellenbinderfahrer mit ihren regional seit Jahrzehnten beliebten Booten ebenso wie alle anderen Bootsklassen und -größen.
Und was uns noch unterscheidet sind die großen Bootshallen. Ein Erbe der Geschichte der Technik: Das war einmal ein Wasserwerk für die Eisenbahn! Dort saugte man weiches Moorwasser aus der Hamme an, filterte es und pumpte es nach Bremen zu den Dampfloks. Mit Hammewasser mussten deren Kessel nicht so oft gereinigt werden, was sehr praktisch war. Allerdings war das Wasserwerk nicht lange in Betrieb, weil bald die Dampfloks den Diesel- und Elektroloks weichen musste. Dann übernahmen ein paar engagierte bootsfahrende Eisenbahner Hallen und Gelände und bauten es für den Wassersport mit viel Aufwand um. Die Hallen wurden entkernt, als dem Labor wurde eine Küche und aus der Trafostation der Clubraum. Und eben viel Platz für Boote im Winter, mit Slipanlage und kleinem Hafen mit Zufahrt zur Hamme.






